Vorsicht vor Time-Sharing-Falle im Urlaub

 

Ein paar Wochen Ferien im eigens reservierten Appartement auf Mallorca oder Teneriffa - das klingt meist besser als es ist.

Für den Traum vom lebenslangen Recht auf erschwinglichen Urlaub greifen die meisten tief in die Tasche - oft viel zu tief. 

 

Informationsveranstaltungen zum sog. Time-Sharing-Urlaub werden Reisenden oft im Rahmen von günstigen Ausflügen, preiswerten Buchungen von Freizeitveranstaltungen oder in Verbindung mit vermeintlich billigen Eintritten in Freizeitparks angeboten. All das in freizeitlich entspannter Stimmung.

 

 

Viele Urlauber denken, diese Beratungsveranstaltung könne man problemlos über sich ergehen lassen, man sei ja im Urlaub. Hauptsache die Ersparnis bei den begehrten Tickets oder Eintritten war entsprechend hoch. Dabei ist jedoch äußerste Vorsicht geboten.

 

Wir informieren daher zu Beginn dieser Urlaubssaison erneut, damit Sie gut vorbereitet sind und nicht in die Falle tappen.

 

Time-Sharing - was ist das?
 

Beim Time-Sharing wird das Recht verkauft, für eine bestimmte Zeit im Jahr ein voll ausgestattetes Appartement in einer Ferienanlage oder einem Hotel während des Urlaubs bewohnen zu dürfen.

Dieses Feriennutzungsrecht wird vertraglich für einen Zeitraum von mindestens mehr als einem Jahr bis zu 99 Jahren oder auch zeitlich unbegrenzt übertragen.

 

Der Urlauber zahlt bei Vertragsbeginn einmalig einen Betrag, der je nach Laufzeit des Vertrages und saisonbedingt zwischen 2.500 Euro und 25.000 Euro betragen, manchmal aber auch darüber liegen kann.

Oft schließen die Anbieter zusätzlich zum Time-Sharing-Vertrag auch noch einen zweiten Vertrag mit einer Tauschbörse, die Aufenthalte in anderen Anlagen vermitteln kann. Dafür muss extra gezahlt werden.

 

Lohnt es sich?
 

Time-Sharing birgt erhebliche finanzielle Risiken und Nachteile.

Es kann daher nicht grundsätzlich als günstige Alternative zur Pauschalreise oder anderen Urlaubsformen angesehen werden.

 

Einerseits sind die verlangten Preise pro gekaufter Woche in vielen Fällen zu hoch. Selbst wenn der Verkäufer um einige tausend Euro heruntergeht und von einem "einmaligen Angebot" spricht, ist Time-Sharing immer noch sehr teuer. Zudem müssen Urlauber – anders als bei sonstigen Urlaubsformen etwa einer Pauschalreise – das Wohnrecht für Jahre im Voraus bezahlen.

Die Zinsverluste, falls man das Geld anlegt, sind bei derzeitigen Nullzinsen vielleicht noch zu verschmerzen. Wenn man einen Urlaub aber einmal ausfallen lassen muss, ist das Geld trotzdem futsch. Auch wenn der Urlaub stattfindet:

 

Neben dem Kaufpreis von mehreren zehntausend Euro müssen Time-Sharing-Urlauber jährlich auch die Anreise und Verpflegung selbst bezahlen.

 

Preise pro m2 oft sittenwidrig
 

Den Quadratmeterpreis eines Appartements in einer Time-Sharing-Anlage genauer zu betrachten, verdeutlicht oft das Missverhältnis von Kosten und Nutzen.

In einem eklatanten Fall errechnete das Landgericht Duisburg schon in den 90er Jahren für ein Time-Sharing-Bungalow-Appartement auf Gran Canaria einen Quadratmeterpreis von nun circa 10.000 Euro. Vergleichbare Eigentumswohnungen kosteten damals auf Gran Canaria zwischen umgerechnet 750 Euro und 1.000 Euro pro Quadratmeter.

 

Dieser Vertrag wurde damals unter anderem aufgrund des exorbitanten Quadratmeterpreises für sittenwidrig und daher für nichtig erklärt (LG Duisburg, Az. 8 O 129/93).

 

Was nunmehr inzwischen für Preise aufgerufen werden, kann man sich vorstellen.

 

Widerrufsrecht und Verbraucherschutz
 

Immerhin hat die EU innerhalb Europas bereits 2009 eine entsprechende Richtlinie erlassen (EU-Immobilien-TeilzeitnutzungrechteRL-2009). Diese gilt jedoch nicht z. B. in den USA, Türkei, Ägypten, im nahen Osten oder Asien!

 

- Hierbei wird Ihnen als Verbraucher ein Widerrufsrecht eingeräumt, falls Sie nachträglich doch ins Nachdenken kommen, ob der Vertragsschluss nicht etwas übereilt war.

 

Für den Widerruf haben Sie grundsätzlich 14 Tage Zeit. Oft beginnt die First jedoch bereits mit Vertragsunterzeichnung, so dass unbedingt zeitnah gehandelt werden muss, sollten Sie sich zum Widerruf entschließen.

 

- Zu beachten ist außerdem: Anzahlungen, Kautionen, Sicherheitsleistungen oder Schuldanerkenntnisse dürfen vor Ablauf der Widerrufsfrist nicht erhoben werden.

 

Daher ist es sehr wichtig, dass Sie nicht bei Vertragsschluss bereits auf die Geltendmachung Ihres Widerrufsrechts verzichten, oft damit argumentiert, dass man dann sofort loslegen könne und alles viel schneller ginge.

 

Seien Sie deshalb in Ihrem Urlaub vorsichtig und lassen Sie sich auf keine unüberlegten Vereinbarungen ein.

 

Falls dann doch einmal nachträglich etwas rückgängig gemacht werden soll, suchen Sie möglichst frühzeitig anwaltliche Hilfe auf.

 

Wir sind auf Reiserecht und die damit verbundenen Anliegen spezialisiert und helfen Ihnen gerne weiter.

 

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